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| 08.03.2013

Deutsche Fotografenlegende

Horst Faas, 1933 in Berlin geboren, fing mit Anfang 20 an in Bonn als Pressefotograf zu arbeiten. 1955 ging er zu Associated Press (AP). Später war er fast während des gesamten Vietnam-Krieges für die US-Nachrichtenagentur in Saigon - als Fotoreporter und Bildchef. In den USA ist Faas (rechts, mit südvietnamesischen Soldaten) fast so bekannt wie die Fotografenlegenden Larry Burrows oder Tim Page.

| 08.03.2013

Erster Pulitzer-Preis 1965

1965 erhielt Faas erstmals den begehrten Pulitzer-Preis für seine Fotos aus dem Vietnam-Krieg, als erster Deutscher überhaupt. Dieses Bild von März 1964 zeigt einen Vater, der sein getötetes Kind südvietnamesischen Soldaten entgegenhält. Bislang haben nur zwei weitere deutsche Fotografen Pulitzer-Preise bekommen: Karsten Thielker (1995) und Anja Niedringhaus (2005).

| 08.03.2013

Krieg in Nahaufnahme

"Um in US-Medien etwas zu werden, war es wichtig, in Vietnam gewesen zu sein", erinnerte sich Faas 2011 im Gespräch mit der Deutschen Welle. Oft war er nah dran am Krieg und machte Aufnahmen wie diese vom 1. Januar 1966: Südvietnamesen suchen Schutz vor Angriffen des kommunistischen Vietcongs. Mehrmals wurde Faas in Vietnam verletzt. Es war seine journalistisch wichtigste Zeit, sagte er.

| 08.03.2013

Zur Veröffentlichung freigegeben

'Vietnam Napalm Girl' (1972) von Nick Ut ist eines der berühmtesten Bilder des Vietnam-Krieges. Faas hat es als AP-Bildchef in Saigon zur Veröffentlichung freigegeben. Bilder von nackten Kindern seien damals noch nicht selbstverständlich gewesen, sagte Faas. Ut erhielt dafür einen Pulitzer-Preis. Vor der Entscheidung, welche Bilder veröffentlicht werden sollten, stand Faas immer wieder.

| 08.03.2013

"Selbstzensur aus Anstand"

Auch 'Saigon Execution' (1968), das eine Hinrichtung durch den Polizeichef von Saigon zeigt, war umstritten. Faas gab es trotzdem zur Veröffentlichung frei. Er verließ sich dabei auf seine "Selbstzensur aus Anstand", wie er sagte. AP-Fotograf Eddie Adams erhielt für die Aufnahme auch einen Pulitzer-Preis, mit dem jedes Jahr im April hervorragende journalistische Arbeiten ausgezeichnet werden.

| 08.03.2013

Freiwillig in den Krieg im Kongo

Bevor Faas nach Vietnam ging, schickte AP ihn im Sommer 1960 für eineinhalb Jahre in das Bürgerkriegsland Kongo. Dort machte der Deutsche eines der letzen Fotos des kongolesischen Ministerpräsidenten Patrice Lumumba kurz vor seiner Ermordung. Faas war als einer der wenigen deutschen Fotografen bei AP erfolgreich, weil er den Finger für den Kongo gehoben habe, sagte er später.

| 08.03.2013

Pulitzer-Preis 1972

18. Dezember 1971: Der Krieg zwischen Bangladesch und Pakistan ist gerade vorbei. In Dhaka, der neuen Hauptstadt, gibt es eine Kundgebung. Mit dabei: Horst Faas, deutscher AP-Fotograf, der die zu Allah betenden Rebellen aufnimmt. Kurz darauf sollten sie vier Männer hinrichten. Für die Bilder erhielt Faas im April 1972 seinen zweiten Pulitzer-Preis.

| 08.03.2013

Einsatz unter Lebensgefahr

Einer der Rebellenführer habe die "Mordgeschichte angestiftet", erinnerte sich Faas später. Die Gefangenen wurden von den Rebellen erst öffentlich gequält, dann getötet. Schließlich ging die Zuschauermenge auch auf Faas und seinen AP-Kollegen Michel Laurent los. "So schnell bin ich noch nie gerannt", sagte Faas 2011.

| 08.03.2013

Deutsche Ausnahmeerscheinung

Faas zog es immer wieder in damalige Krisengebiete: Algerien, Laos, Angola, Indonesien. "Mich reizte die Ungebundenheit", erinnerte sich der Fotograf, der als Deutscher oft eine Ausnahmeerscheinung war. Auch den Boxkampf 'Rumble in the Jungle' zwischen Muhammed Ali (auf dem Bild bei seiner Ankunft am Flughafen von Kinshasa) und George Foreman 1974 im damaligen Zaire hielt er in Bildern fest.

| 08.03.2013

Schluss als rasender Reporter

Viele Ereignisse hat Faas durch die Kameralinse gesehen: Das Attentat auf die israelische Olympiamannschaft in München 1972, das Treffen des ägyptischen Präsidenten Anwar el Sadat (l.) mit US-Präsident Richard Nixon während der Friedensgespräche in Gizeh 1974. Die Begeisterung für seine Arbeit war bei ihm immer spürbar. Trotzdem gab er Ende der 1970er Jahre sein Leben als rasender Reporter auf.

| 08.03.2013

Leitender Bildredakteur

Faas übernahm in London die AP-Bildredaktion für Europa, Nahost und Afrika. Der Papst in Auschwitz 1979 war eine seiner letzten Gelegenheiten selbst zu fotografieren. Bereut hat Faas den Wechsel in die Organisation nicht: 'Vielleicht wäre ich sonst tot', sagte er 2011. AP-Kollege Laurent, mit dem er 1971 die Bilder in Dhaka machte, starb als letzter westlicher Journalist im Vietnam-Krieg.

| 08.03.2013

Gelebtes Leben

Bis 2004 blieb der Deutsche bei AP. Zuletzt lebte Faas mit seiner Frau Ursula in München. Seit 2005 war er von der Brust abwärts gelähmt: Während der Feiern zum 30jährigen Ende des Vietnam-Krieges musste ihm in einer lebensrettenden Operation am Rücken ein Blutknoten entfernt werden. Trotzdem haderte er kaum mit seinem Schicksal: "Ich habe eigentlich alles erlebt", sagte er 2011 der DW.

| 08.03.2013

Ein großes Talent

Der zweifache Gewinner des Pulitzer-Preises hat neue Standards für die Kriegsfotografie gesetzt. "Horst Faas war ein Gigant in der Welt des Fotojournalismus. Sein außerordentliches Engagement beim Erzählen schwieriger Geschichten war einzigartig und bemerkenswert", sagte AP-Vizepräsident Santiago Lyon zum Tode von Faas. Am 10. Mai 2012 ist er mit 79 Jahren gestorben.

| 08.03.2013

Horst Faas: Preisgekrönte Fotografenlegende

Horst Faas erhielt als erster Fotograf den angesehen Pulitzer-Preis gleich zwei Mal: 1972 für Fotos von einer Hinrichtung in Bangladesch. Bereits 1965 wurde der Berliner für seine Fotos aus dem Vietnam-Krieg mit der begehrten Trophäe ausgezeichnet - als erster Deutscher überhaupt. Am 10. Mai 2012 ist die Fotografenlegende mit 79 Jahren gestorben.

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