Etwa 3000 Gewitter gehen in diesem Moment irgendwo auf der Welt nieder. Aber wie genau entsteht das Wetterphänomen eigentlich, welche Kräfte sind am Werk und wo ist man vor Blitzen sicher?
Die meisten Blitze entladen sich innerhalb der Wolken. Jede zehnte Entladung ist ein gefährlicher Erdblitz, eine Entladung zwischen Wolke und Erdboden. In Deutschland sind das etwa 200.000 pro Jahr.
Ein Gewitter entsteht, wenn warme und kalte Luftmassen aufeinandertreffen oder innerhalb der Atmosphäre zwischen oben und unten große Temperaturunterschiede auftreten.
Dann steigt warme Luft auf, die Feuchtigkeit kondensiert und es bildet sich eine gewaltige Wolke. Durch ihre Ambossform kann man sie schon von weitem als Gewitterwolke erkennen.
In der Wolke wirbeln Wassertröpfchen und Eiskristalle durcheinander. Durch die Teilchenbewegung lädt sich der obere Teil der Wolke positiv auf, der untere negativ - wie in einer Batterie.
Dieses Spannungsfeld wird immer größer, bis es sich durch einen Blitz entlädt. Positive Ladung fließt in die Wolke. Das dauert nur wenige Millisekunden, sodass wir einen zuckenden Blitz wahrnehmen.
Mit rund 40.000 Ampere und einer Spannung von 100 Millionen Volt schießt die Energie durch die Luft. Der Blitzkanal ist dabei nur etwa fingerdick, wie man an getroffenen Bäumen gut erkennen kann.
Die Luft um den Blitz erhitzt sich innerhalb von Millisekunden auf etwa 30.000 Grad Celsius und dehnt sich aus wie bei einer Explosion. Kugelförmig breitet sich eine akustische Schockwelle aus: der Donner.
Ein Mysterium sind die sehr seltenen Kugelblitze. Die bis zu 40 Zentimeter großen Plasmakugeln bewegen sich in Bodennähe und verschwinden nach Sekunden. Wie sie entstehen, ist völlig unklar.
Wenn zwischen Blitz und Donner weniger als fünf Sekunden vergehen, ist Vorsicht geboten. Das Gewitter ist dann höchstens noch anderthalb Kilometer entfernt. Schnell das Weite suchen!
Sicher ist man in festen Gebäuden und im Auto. Offenes Gelände, Türme und Metallzäune sollte man genauso meiden wie Bäume und Seen. Hier herrscht Lebensgefahr!
Jedes Jahr werden in Deutschland Menschen vom Blitz getroffen. Einige werden schwer verletzt oder sterben an dem Blitzschlag, wie drei Frauen, die in diesem Häuschen Zuflucht gesucht hatten.
Je wärmer das Klima wird, desto extremer das Wetter. Das äußert sich unter anderem auch in besonders heftigen Gewitterstürmen mit Hagel und Graupel.
Zwar nimmt die Heftigkeit zu, die Anzahl der Gewitter pro Jahr bleibt aber mit leichten Schwankungen konstant.
Über Deutschland zogen in diesem Sommer schon viele Gewitter hinweg und richteten zum Teil verheerende Schäden an. Was hat es auf sich mit dem Wetterphänomen?
Über Deutschland zogen in diesem Sommer schon viele Gewitter hinweg und richteten zum Teil verheerende Schäden an. Was hat es auf sich mit dem Wetterphänomen?