Weil die iranische Hauptstadt derzeit unter einer dreckigen Dunstglocke liegt, haben die Behörden diesen Samstag (05.01.2013) kurzfristig zum Feiertag erklärt. Die Maßnahme soll helfen, die starke Luftverschmutzung in den Griff zu bekommen.
Es ist bereits der zweite Smog-Alarm innerhalb weniger Wochen. Schon im Dezember hatten die Behörden für Teheran wegen der hohen Schadstoffkonzentration in der Luft einen zusätzlichen Feiertag angeordnet.
Schulen, Universitäten und andere öffentliche Einrichtungen bleiben geschlossen. Ausgenommen seien nur die Krankenhäuser, hieß es nach Agenturangaben von Seiten der Stadtregierung. Auch Fußballspiele müssten ausfallen, um die Gesundheit der Spieler nicht zu gefährden.
Grund für die starke Luftverschmutzung in und um Teheran sind vor allem Autoabgase. Aufgrund der Importsanktionen des Westens ist das Land gezwungen, selbst hergestellte minderwertige Kraftstoffe zu verwenden. Dazu kommt die hohe Dichte an Autobahnen, die streckenweise sechs- oder sogar achtspurig ausgebaut sind.
Nach offiziellen Angaben leben in der Provinz Teheran 12 Millionen Menschen. An Werktagen halten sich sogar etwa 15 Millionen Menschen in der Hauptstadt und der näheren Umgebung auf.
Immer wieder kommt es im Iran wegen der hohen Abgasbelastung zu Smog-Alarm. Wenn wie jetzt eine Staubwolke über der Stadt hängt, wird Radfahren zum Risiko für die Gesundheit: Die Augen brennen, das Atmen fällt schwer, und ein allgegenwärtiger Metallgeschmack liegt in der Luft.
Eigentlich liegt Teheran malerisch vor dem Halbrund der Berge im Norden. Doch genau diese Kessellage ist auch der Hauptgrund für die dicke Luft. Der wirtschaftliche Schaden bei Smog-Alarm ist enorm. Jeder Tag, an dem das öffentliche Leben lahm liegt und Schulen, Behörden und andere öffentliche Gebäude geschlossen bleiben müssen, kostet das Land rund 130 Millionen Dollar.
Auch die gesundheitlichen Schäden sind erschreckend. So sollen allein zwischen Januar und Oktober 2010 mehr als 3600 Menschen an den Folgen von Smog gestorben seien - diese Information sickerte aus dem Gesundheitsministerium durch.
Eine dichte Nebelglocke hat das öffentliche Leben in Teheran und anderen iranischen Städten lahm gelegt.
Eine dichte Nebelglocke hat das öffentliche Leben in Teheran und anderen iranischen Städten lahm gelegt.